Michael Kaufmann mit Gitarre

Be­zie­hungs­fra­ge

Es gibt Ta­ge die fan­gen nicht gut an. Ge­gen 2.00 Uhr be­gan­nen die Ma­gen­krämp­fe mit Nie­ren­ko­li­ken. An Schlaf war bis zum Mor­gen nicht zu den­ken. Ge­gen 7.30 Uhr sit­ze ich beim Früh­stück, drau­ßen herr­li­ches Wet­ter und ich sit­ze vor ei­ner Tas­se Ka­mil­len Tee, bei­ße in ein tro­cke­nes Knä­cke­brot und es ver­ab­schie­det sich ei­ne klei­ne Ecke ei­nes Schnei­de­zahns. Mei­ne Frau kommt et­was auf­ge­löst die Trep­pe rauf und sagt: Ich woll­te ge­ra­de die Hüh­ner raus las­sen, aber um die hat sich schon der Fuchs ge­küm­mert. Es sind nur noch ein paar Fe­dern da. Den Rest des Vor­mit­ta­ges ver­brach­te ich mit wan­dern zwi­schen Bett und So­fa, im­mer ei­ne Wärm­fla­sche da­bei. In ei­ner kur­zen Schmerz­pau­se viel mir der Satz ein: „Wir wis­sen aber, dass de­nen, die Gott lie­ben, al­le Din­ge zum Bes­ten die­nen,“ Rö­mer 8, 28 „Al­le Din­ge“ – al­so auch, wenn ich den mor­gi­gen Ter­min ab­sa­gen muss? Das ich oh­ne Je­sus nichts kann und von ihm ab­hän­gig bin ha­be ich ge­lernt. Aber das soll nicht das wich­tigs­te Mo­tiv sei wes­halb ich mit Je­sus le­be. Das ist wie in ei­ner Ehe. War­um lebt man zu­sam­men, auch wenn mal ein paar schwie­ri­ge Ta­ge kom­men? Da­mit die Kin­der bei­de El­tern­tei­le ha­ben? Weil ich oh­ne mei­nen Ehe­part­ner sonst al­lein auf der Stra­ße sit­zen wür­de? Weil wir ge­mein­sam mehr ver­die­nen und uns mehr leis­ten kön­nen? Si­cher kann man sich so in ei­ner Ehe ar­ran­gie­ren. Aber mit Je­sus kann man sich nicht ar­ran­gie­ren. Da kann ich mich nicht hin­stel­len und sa­gen: Ich ver­su­che halb­wegs die Ge­bo­te zu hal­ten und du küm­merst dich dar­um das es mir im­mer gut geht. Die Nach­fol­ge hin­ter Je­sus ist in ers­ter Li­nie ei­ne Fra­ge der Be­zie­hung. Drei­mal hat Je­sus nach sei­ner Auf­er­ste­hung Pe­trus ge­fragt: Hast du mich lieb? Die glei­che Fra­ge stellt Je­sus dir. Die Lie­bes­er­klä­rung von Je­sus zu uns hat er am Kreuz ab­ge­ge­ben. Er starb für dich, für dei­ne und mei­ne Schuld. Auf die­se Lie­bes­er­klä­rung kannst du dich ver­las­sen. Ich möch­te je­den Tag wie Pe­trus ant­wor­ten: Je­sus, du weißt al­le Din­ge. Du weißt, dass ich dich lieb ha­be. Auch wenn es Ta­ge gibt die nicht gut be­gin­nen und manch­mal auch im Kran­ken­haus en­den können.

Mi­cha­el Kaufmann

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.