Michael Kaufmann mit Gitarre

Mit Je­sus mu­tig vor­an!

Vor ei­ni­gen Jah­ren galt die To­le­ranz als die wich­tigs­te Tu­gend. Das hat sich ge­än­dert und wur­de durch die Ak­zep­tanz ab­ge­löst. Wer sich die­ser ver­wei­gert, be­kommt es mit ei­ner mi­li­tan­ten Min­der­heit zu tun, die auch vor Ver­bre­chen nicht zu­rück­schreckt. Wer die­se Ver­bre­cher dann als Ver­bre­cher be­nennt, be­kommt es mit den Me­di­en und blin­den Blin­den­füh­rern in­ner­halb der Kir­che zu tun. Aber ein an­de­rer Be­griff steht zur­zeit noch wei­ter vorn: „Si­cher­heit“. Für die Si­cher­heit tun wir al­les. Frei­wil­lig be­ge­ben wir uns in die Aus­gangs­sper­re, darf ich das sa­gen was ich den­ke? Bei je­der ge­plan­ten Rüst­zeit wird ge­fragt: sind wir auch rich­tig ver­si­chert? Was sagst du ei­nem Staats­an­walt, wenn bei der Rüst­zeit ein Kind vom Baum ge­fal­len ist? Das musst du ja al­les ver­ant­wor­ten. Bei je­der Idee in der Kir­che heißt es: Da müs­sen wir erst mal die Ju­ris­ten fra­gen. Wir ha­ben Angst ein Ri­si­ko ein­zu­ge­hen. 

Aber auch in geist­li­chen Din­gen ge­hen wir lie­ber auf Num­mer si­cher. Aus ei­nem über­trie­be­nen Si­cher­heits­den­ken folgt ei­ne laue Theo­lo­gie. Man­che ha­ben die Vor­stel­lung, wenn ich mich zu Je­sus be­keh­re, ver­bes­sert sich mein Le­ben. Ei­ne ra­di­ka­le Le­bens­ver­än­de­rung wün­schen sich die we­nigs­ten. Man träumt da­von, wie Pe­trus im Glau­ben an Je­sus über das Was­ser zu ge­hen, ist aber zu fei­ge den Fuß über die Bord­wand zu setz­ten. Wir wol­len Si­cher­heit. Des­halb lau­ten un­se­re Ge­be­te oft: Be­wah­re uns vor: fal­schen An­grif­fen, auf al­len Fahr­ten, vor Krank­hei­ten …

Die­se Bit­te ist ja nicht falsch, aber an wel­cher Stel­le steht sie? Die ers­ten Chris­ten ha­ben die Welt ver­än­dert, die ha­ben ihr Le­ben ge­ge­ben um ein Zeu­ge für Je­sus zu sein. So wie in un­se­rer Zeit 200.000 Chris­ten je­des Jahr für ih­ren Glau­ben an Je­sus um­ge­bracht wer­den. Sind wir noch ge­fähr­lich für die Ge­wis­sen der Leu­te in ei­ner fa­den Ge­sell­schaft? Wie wä­re es, wir stell­ten fol­gen­de Bit­te an den An­fang: Je­sus ge­brau­che mich, ganz egal, was es für mich kos­tet.

Im 1. Sa­mu­el 14 wird von Jo­na­tan und sei­nem Waf­fen­trä­ger be­rich­tet. Is­ra­el be­fand sich im Krieg mit den Phi­lis­tern. Jo­na­tan sag­te sei­nem Waf­fen­trä­ger: “Lass uns zur Wa­che der Phi­lis­ter ge­hen. Viel­leicht wird der Herr et­was für uns tun.“ Ihm war klar, es liegt nicht an uns, ob wir et­was aus­rich­ten kön­nen. Wenn wir ge­win­nen, hat es Gott ge­tan. „Viel­leicht“ wird er es tun. Es kann aber auch sein, wir ster­ben da­bei. In Deutsch­land geht es uns noch re­la­tiv gut. Wenn du dich heu­te auf die Sei­te von Je­sus stellst, wirst du aus­ge­lacht, ver­spot­tet, be­nach­tei­ligt, kannst dei­nen Ar­beits­platz ver­lie­ren oder du wirst bei ei­nem Staats­an­walt mit fal­schen Ver­däch­ti­gun­gen an­ge­zeigt. Im Si­cher­heits­mo­dus le­ben und zu­gleich den Wil­len Got­tes zu tun ist un­mög­lich. Jung­schar­grup­pen ver­ab­schie­den sich oft mit dem Satz: „Mit Je­sus mu­tig vor­an.“ Das gilt auch uns. Men­schen, die über 70 Jah­re alt wa­ren, wur­den in den USA ge­fragt: Was wür­dest du an­ders ma­chen, wenn du noch ein­mal von vorn an­fan­gen könn­test? Auf Platz eins stand: „Ich wür­de viel mehr Ri­si­ko ein­ge­hen.“ In die­sem Sin­ne: „Mit Je­sus mu­tig vor­an.“

Mi­cha­el Kauf­mann 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll Up