Lutz Scheufler am Mikrofon

Hass-Fal­le

Wenn es ein At­ten­tat oder ei­nen Amok­lauf gibt, be­ginnt nicht nur die Su­che nach den Tä­tern. Schnel­ler als die Po­li­zei sind im­mer die­je­ni­gen, die rech­te, lin­ke oder re­li­giö­se Mo­ti­ve wit­tern. Aus al­len Ecken kom­men die Spür­hun­de des je­wei­li­gen In­ter­es­sen­clubs und hof­fen, dass nie­mand ih­nen den Bra­ten vor der Na­se weg­schnappt. Vom in­ter­es­sen­ge­lei­te­ten Po­li­ti­ker in Ber­lin bis zum Schrei­ber­ling am hei­mi­schen Lap­top gibt je­der sei­nen Senf zum Tat­mo­tiv ab und er­klärt der Welt, ge­gen wen man nun zu Fel­de zie­hen müs­se. Je nach­dem, was für ein Tat­mo­tiv zum Vor­schein kommt, wird die Tat für den je­weils ei­ge­nen Club „in­stru­men­ta­li­siert“. Man wet­tert mit Be­trof­fen­heits­ly­rik oder zur Faust ge­ball­tem Ge­sicht ge­gen die an­de­ren, die Hass sä­en – sitzt je­doch sel­ber in der Hass-Fal­le. In sei­nem Ge­dicht „An die Nach­ge­bo­re­nen“ hat Ber­told Brecht das sehr schön auf den Punkt ge­bracht: 
Auch der Hass ge­gen die Nied­rig­keit ver­zerrt die Zü­ge.
Auch der Zorn über das Un­recht macht die Stim­me hei­ser. 
Ach, wir die wir den Bo­den be­rei­ten woll­ten für Freund­lich­keit
konn­ten sel­ber nicht freund­lich sein.

Die Bi­bel spricht da­von, war­um das so ist. Sie zeigt, wo die Hass-Fal­le zu­schnappt. Dia­gno­se: das Pro­blem ist das Herz des Men­schen. Je­des Men­schen! (1. Mo­se 8,21)
Da­mit wir im Hass nicht un­ter­ge­hen, ist Je­sus in un­se­re häss­li­che Welt ge­kom­men. Da­mit wir im Hass nicht zu­grun­de­ge­hen, will Je­sus im Grund un­se­res Her­zens auf­räu­men. Der Hass der Men­schen hat Je­sus den Tod am Kreuz ge­bracht. Seit sei­ner Auf­er­ste­hung be­wirkt Je­sus aber bei de­nen, die ihm ihr Herz öff­nen, Ver­än­de­rung. Die bi­bli­sche Hass-The­ra­pie zeigt auf das ei­ge­ne Herz: „Hasst al­les Bö­se und stellt euch auf die Sei­te des Gu­ten“ – ist dort zu le­sen (Rö­mer 12,9 /​NL).
Wir sol­len al­so nicht an­de­re Men­schen has­sen, son­dern bö­se Sa­chen has­sen und das Gu­te tun. Das schafft kein Mensch, aber Je­sus!

Lutz Scheuf­ler

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